Seitenanfang

Seiten-Titelbild:
Aktuelles
Inhalt:

Störenden Narben zu Leibe rücken

19. Jun. 2017
Unser Leben hinterlässt Spuren an unserem Äußeren, die uns nicht immer gefallen. Damit sind nicht die ungeliebten Falten gemeint, sondern verdickte, verwachsene, wulstige und/oder rote Narben nach Unfall, Sturz, Verbrennung oder Operation.

Mit konsequenter Pflege kann die Reifung optimiert werden. Im schlimmsten Fall lässt sich mit einer Narbenkorrektur ästhetisch und funktionell viel zum Positiven ändern.

Unser Körper reagiert auf Hautverletzungen mit der Bildung von Narbengewebe, um die Schutzfunktion unserer äußeren Hülle wieder herzustellen. Weil Narben meist aus festem Bindegewebe bestehen, sind sie oft weniger elastisch. Das kann zu Verziehungen der umgebenden Haut und wenn sich die Narbe über Gelenke erstreckt, zu Bewegungseinschränkungen führen. Während eine Wunde relativ schnell heilt, reift eine Narbe – je nach Art und Ursache – bis zu einem Jahr. Und dann sollte sie weich, hell und schmerzlos sein.

Charakteristisch für Narben ist, dass sie meist heller sind als die Haut um sie herum, dass sie keine Schweiß- und Talgdrüsen haben und auch keine Haare mehr auf ihnen wachsen.

Individuelle Narbenentwicklung

Die Art der Verletzung, aber auch die individuelle Veranlagung beeinflussen die Narbenentwicklung und das -aussehen. Glatte Hautschnitte (mit dem Skalpell) heilen meist besser ab, als Wunden mit unregelmäßigen oder gezackten Rändern. Bei manchen Menschen verheilen Wunden schlechter als bei anderen, was genetisch bedingt ist. „Außerdem ist die Narbenbildung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen meist schlechter, weil sich bei ihnen die Zellen schnell teilen. Daher haben junge Menschen eher mit überschießender Narbenbildung zu kämpfen“, sagt Primar Thomas Hintringer, Leiter der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgie im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern Linz.

Größe und Tiefe der Wunde sowie Dauer der Entzündung im Wundgebiet sind ebenfalls Kriterien für die Entwicklung des  Narbengewebes. Bei längerer Entzündung kommt es durch bestimmte Zellen der Haut zu einer vermehrten Ausschüttung von spezifischen Wachstumsfaktoren, die zu verstärkter Bildung von Binde/Narbengewebe führen. „Bei geplanten Eingriffen soll man durch korrekte Schnittführung entlang der natürlichen Spannungslinien der Haut dafür sorgen, dass man sehr gute Voraussetzungen zur Narbenreifung schafft. Und der Patient kann durch disziplinierte und wochenlange Narbenpflege dazu beitragen, dass die Narbe weich und schön wird“, sagt Primar Hintringer.

Wenn störende oder entstellende Narben am Selbstwert nagen, zu sozialem Rückzug oder depressiver Verstimmung führen, kann in den meisten Fällen geholfen werden. Narben sollen heute niemanden mehr entstellen. Zur Korrektur gibt es chirurgische und nichtchirurgische Maßnahmen.

Tipps zur Narbenpflege (wochen- bis monatelang)

Um das beste Ergebnis zu erzielen, soll man mit der Narbenpflege der jungen Narbe beginnen, sobald der Schorf weg, die Wunde abgeheilt oder die Fäden entfernt sind.

  • Optimale Wundversorgung mit sterilen Verbänden hilft Wundinfektionen zu vermeiden, die das Narbenergebnis negativ beeinflussen.
  • Bis zu einem Jahr nach einer Operation soll man die Narbe vor Sonnenexposition schützen, sie auch keiner extremen Kälte aussetzen. Hintringer: „Erst, wenn die Narbe weich und hell ist, ist sie reif und lagert keine Pigmente mehr ein, sprich sie verfärbt sich nicht mehr.“ Wer in die Sonne geht, soll Sun-Blocker zum Schutz verwenden.
  • Rückfettende Hautpflegecremen oder –öle verwenden. Diese einmassieren, damit die Narbe geschmeidig wird beziehungsweise bleibt. „Bei 80 Prozent der Leute reicht eine wochenlange gute Narbenpflege aus, um schöne Ergebnisse zu erzielen“, weiß der Chirurg.

    Wem bekannt ist, dass er zu überschießender Narbenbildung neigt oder wo sich nach der Nahtentfernung erste Anzeichen für eine Wulstnarbe zeigen, der kann zur Nachsorge spezielle Narbensalbe, -pflaster oder -folie verwenden. Neben Silikonpräparaten gibt es Produkte etwa mit Hyaluronsäure, Zwiebelextrakten, Heparin oder pflanzlichen Ölen. Die Narbengels und -salben helfen das Gewebe aufzulockern, lindern Schmerz, Juckreiz und beugen Wucherungen vor.
    Nach einer Operation kann eventuell auch ein Physiotherapeut helfen, Verklebungen zu lösen und dem Schrumpfen des Narbengewebes vorzubeugen.
  • Kompressionsverband: Nach Verbrennungen wird zum Beispiel ein solcher über Monate lang angelegt. Unter Druck wird die Narbe schöner und wuchert kaum.

 

Lesen Sie hier den gesamten Artikel in den OÖN

 

 

EIN UNTERNEHMEN DER VINZENZ GRUPPE UND DER ELISABETHINEN