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Baby in Not: Training mit harten Bandagen

28. Apr. 2015
Effiziente Teamarbeit in Extremsituationen will trainiert sein. Umso mehr, wenn Ärzte und Pflegepersonal zweier Spitäler reibungslos fach- und hausübergreifend zusammenarbeiten müssen und die Notfallpatienten Neugeborene, Babys und Kleinkinder sind. Das ist tagtäglich in den Krankenhäusern der Barmherzigen Schwestern (BHS) und Barmherzigen Brüder (BHB) der Fall. Bei einem äußerst wirklichkeitsnahen Training mit einer High-Tech Puppe waren die Teams gehörig gefordert.

Ein Alarm ertönt in einem Babyzimmer. Übergangslos sehen sich Kinderärztin, Anästhesist und Schwester der Kinderintensivüberwachung mit einer für ihren Schützling lebensbedrohlichen medizinischen Krise konfrontiert. Jetzt zählt jede Sekunde, müssen die Maßnahmen des Teams perfekt ineinandergreifen. Notfälle mit Kindern stellen im-mer eine hochemotionale Situation dar, Entscheidungen werden unter extremen Zeitdruck getroffen. Kreislaufcheck, Beatmungsbeutel ansetzen, Herzmassage, Medikamentengabe – die Lebensretter müssen effizient und rasch, aber ohne Hektik arbeiten.
Die vom Nebenraum ferngesteuerte High-Tech Puppe simuliert in verschiedensten Szenarien, wie ein realer Säugling bei einem Kindernotfall und in der Folge auf die vom Spitalsteam gesetzten Maßnahmen reagieren würde. Die Helfer werden dabei auch gefilmt. „Das Gefühl ist während des Arbeitens am Baby extrem realistisch, die gemeinsame Nachbesprechung und Videonanalyse verankert die Erfahrungen“, zeigen sich die 32 Ärztinnen und Ärzte aus den Fachgebieten Kinderheilkunde, Anästhesie bzw. Pädiatrie sowie die Schwestern und Pfleger der Kinderintensivüberwachung (IMCU) der BHS begeistert.

„Die Standards der Neugeborenen- und Kinderreanimation müssen intensiv im Team trainiert werden – und das fach- und hausübergreifend an der Seilerstätte. Zusätzlich zu den Säuglingen und Kindern unserer eigenen Station betreut unser Team ja auch die 1.800 Babys, die bei den Barmherzigen Brüdern geboren werden, kinder- und in-tensivmedizinisch. Da ist optimale Zusammenarbeit ein Gebot der Stunde“ sagt. Prim. Dr. Martin Henkel, Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde. Bei Notfällen, auch im Kreissaal oder während eines Kaiserschnitts, eilen die Spezialisten seiner Abteilung zu Hilfe. Außerdem befinden sich Intensivüberwachungsbetten für Frühgeborene ab der 32. Schwangerschaftswoche sowie für Kinder mit schweren Erkrankungen oder nach Operationen auf der BHS-Kinderabteilung. Bei noch jüngeren Frühchen oder bei schweren Fehlbildungen gibt es eine sehr gute Kooperation mit der Landesfrauen- und Kinderklinik

„Jeder darf und wird im Simulationstraining Fehler machen – dafür üben wir! Ziel ist, gemeinsam mögliche Schwierigkeiten zu erkennen, unsere Maßnahmen optimal aufeinander abzustimmen und so als Team bestmöglich den Notfall zu bewältigen. Wir sind mit dem Lerneffekt ausgesprochen zufrieden“, so Henkel, der das High-Tech Training organisiert hat.

Die Puppe wurde von den Spezialisten von SIMCharacters entwickelt und steht in Versionen vom Frühchen bis zum Volksschulkind zur Verfügung. Trainer Dr. Jens-Christian Schwindt war lange Jahre Oberarzt an einer Frühgeborenen-Intensivstation Neben seiner klassischen Tätigkeit als Intensivmediziner hat er sich seit vielen Jahren mit Fragen der Patientensicherheit beschäftigt und Konzepte zur Verbesserung der Systemsicherheit in der Medizin in vielen Krankenhäusern im deutschsprachigen Raum umgesetzt. SIMCharacters ist im universitären Umfeld als Spin-Off der Medizinischen Universität Wien entstanden. In Kooperation mit dem Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik der Medizinischen Universität Wien wurde das Simulationssystem sukzessive perfektioniert.

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