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Gynäkologische Krebserkrankungen
Inhalt:

Gynäkologische Krebserkrankungen

Erkrankungsbilder
Vorsorge und Früherkennung
„Alles aus einer Hand“ – Diagnose- und Therapieangebote
Eckdaten zur Gynäkologischen Abteilung
Eckdaten zu den Erkrankungen


*** ERKRANKUNGSBILDER ***

In Österreich werden jährlich ca. 7.500 Fälle von frauenspezifischen Krebserkrankungen (Karzinome) diagnostiziert. Dieser Gruppe von Tumoren ist gemein, dass ihre Heilungschancen bei über 90 % liegen, wenn sie in einem frühen Stadium entdeckt und die therapeutischen Maßnahmen dementsprechend rasch eingeleitet werden. Hat sich die Erkrankung jedoch weiter ausgebreitet und bereits Fernabsiedelungen – so genannte Metastasen – gebildet, liegt die Chance auf eine völlige Genesung bei weniger als 25 %.

Der Großteil dieser Tumoren entsteht allerdings nicht von heute auf morgen. Oft gibt es Vorstadien und Warnzeichen, die im Zuge von Routineuntersuchungen oder aber auch selbst erkannt und gut behandelt werden können. Zudem existieren bei einigen dieser Tumorerkrankungen bekannte Risikofaktoren, die sich durch eine - oftmals nur geringfügige - Änderung des Lebensstils vermeiden lassen.

Folgende Karzinome werden unter dem Begriff „frauenspezifische Krebserkrankungen“ zusammengefasst:

a) Brustkrebs
Mit jährlich knapp 5.000 Neuerkrankungen nehmen bösartige Veränderungen des Brustgewebes die erste Stelle bei weiblichen Tumorerkrankungen ein. Das so genannte Mammakarzinom ist zwar die häufigste, nicht aber die gefährlichste Krebserkrankung bei Frauen. Betrachtet man alle frauenspezifischen Tumoren gesamt, so stehen die Heilungschancen beim Brustkrebs am besten, gefolgt vom Gebärmutterhöhlen- und vom Gebärmutterhalskrebs. Für alle genannten Erkrankungsbilder gilt, dass die Überlebenschancen, je nach Stadium zum Zeitpunkt der Diagnose, sehr hoch liegen.  

Nähere Informationen zum Brustkrebs finden Sie auf der Webseite des Brust-Gesundheitszentrums Linz.


b) Endometriumkarzinom (= Tumor der Gebärmutterhöhle)
Das Endometriumkarzinom ist eine Krebserkrankung der Gebärmutterhöhle. Betroffen sind vorwiegend Frauen in oder nach den Wechseljahren, wobei der Häufigkeitsgipfel zwischen dem 60. und dem 75. Lebensjahr liegt.

Die Erkrankung entwickelt sich meist über einen Zeitraum von etwa ein bis zwei Jahren. Leider kann das Endometriumkarzinom nicht immer durch Vorsorgeuntersuchungen entdeckt werden, es macht sich allerdings durch irreguläre Blutungen bemerkbar. Jede abnorme Blutung – unregelmäßige Zwischenblutungen vor dem Wechsel oder  oder auch nur eine leichte Blutung bei älteren Frauen,– muss ernst genommen und abgeklärt werden. Treten Schmerzen auf, ist dies meist schon ein Hinweis auf einen weit fortgeschrittenen Tumor.

c) Ovarialkarzinom
Das Ovarialkarzinom ist eine bösartige Erkrankung der Eierstöcke, die sich oft  innerhalb weniger Monate entwickeln kann. In Österreich erhalten jährlich etwa 900 Frauen mit durchschnittlich 60 Jahren diese Diagnose. Ovarialkarzinome treten familiär gehäuft auf, wobei die Ursachen hierfür im Erbgut liegen. So gibt es gewisse genetische Konstellationen, bei denen die Wahrscheinlichkeit, einen Eierstockkrebs zu erleiden, bei ca. 60 % liegt. Wie beim Brustkrebs, spielen auch in diesem Fall die beiden Gene BRCA 1 und BRCA 2 eine Rolle. Die genetische Komponente sollte jedoch nicht überbewertet werden, denn nur etwa 10 % aller Ovarialkarzinome sind genetisch bedingt. Ob Krebs entsteht oder nicht, hängt mit der Anzahl der Eisprünge zusammen. Daher bieten orale Kontrazeptiva wie die „Pille“ und häufige Schwangerschaften eine gewisse Schutzfunktion, da sie die Eierstöcke „ruhigstellen“.

d) Zervixkarzinom
Der Gebärmutterhalskrebs rangiert – weltweit gesehen – an zweiter Stelle der bösartigen Tumorerkrankungen bei Frauen. In Österreich wird dank effizienter, spezifischer Vorsorgeuntersuchungen (= Pap-Test beim niedergelassenen Gynäkologen) der Großteil aller Zellveränderungen am Gebärmutterhals als gutartige Vorstufen erkannt und im Zuge eines kleinen operativen Eingriffs entfernt.

Die Krebserkrankung wird vielfach zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr diagnostiziert, erreicht jedoch im Alter zwischen 65 und 75 seinen zweiten Häufigkeitsgipfel. Gutartige Vorstufen des Zervixkarzinoms können bereits bei jungen Frauen zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahrzehnt auftreten. Während die Anzahl der bösartigen Tumoren am Gebärmutterhalskrebs durch die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen gesenkt werden konnte, verzeichnen die Vorstufen hingegen eine steigende Tendenz.

Beinahe 100 % aller Zervixkarzinome werden durch die Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomvirus (HPV) verursacht, wobei die Erkrankung schleichend, oft über mehrere Jahre verläuft und sich durch keinerlei Anzeichen bemerkbar macht. Treten Symptome auf, befindet sich der Krebs mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

Eine Infektion mit dem humanen Papillomvirus findet größtenteils bereits im Jugendalter durch die ersten Sexualkontakte statt. Den einzig wirksamen Schutz bietet – neben der Verwendung eines Kondoms – die HPV-Impfung. Gynäkologen raten vor allem junge Frauen, sich bereits vor dem ersten Geschlechtsverkehr schutzimpfen zu lassen. Dass der Impfstoff in Österreich selbst zu bezahlen ist, sollte keinen Ausschließungsgrund darstellen!
Sind bereits HPV-bedingte Zellveränderungen am Gebärmutterhals aufgetreten, hat die Impfung keinen heilenden Effekt – in diesem Fall müssen andere medizinische Schritte gesetzt werden.

e) Vulvakarzinom

Krebs an der Scheide und Scham wird in Österreich jährlich etwa bei 200 Frauen neu diagnostiziert. Dahinter können sich verschiedene Tumoren verbergen, die von unterschiedlichen Zellen der Genitalregion ausgehen. Am häufigsten sind die großen Schamlippen betroffen. Als auslösende Faktoren gelten Infektionen mit dem humanen Papillomvirus (HPV) vom Typ 16 und 18, aber auch chronische Erkrankungen, die mit einer Entzündung, Verhornung und Austrocknung im Bereich der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane einhergehen.


Vulvakrebs ist eine Erkrankung des Alters – er verzeichnet ab dem 70. Lebensjahr einen deutlichen Häufigkeitsanstieg.



*** VORSORGE UND FRÜHERKENNUNG ***

Die Entstehung bösartiger Tumorerkrankungen lässt sich durch vorbeugende Maßnahmen vielfach vermeiden. Wichtigste Maßnahme ist in diesem Zusammenhang sicherlich die jährliche Kontrolluntersuchung beim Gynäkologen. Im Gespräch mit dem Arzt des Vertrauens können Risikofaktoren abgeschätzt, Lebensstilmodifikationen besprochen und im Fall des Falles die notwendigen therapeutischen Schritte eingeleitet werden. Frauen, die regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen, können kaum durch das Sicherheitsnetz fallen, denn fast alle bösartigen Erkrankungen oder deren Vorstufen werden im Zuge der jährlichen Kontrolle entdeckt. Zudem kann das persönliche Krebsrisiko durch eine gesunde Lebensführung mit moderater Bewegung, Gewichtsreduktion und Vermeiden von Alkoholkonsum gesenkt werden.

Vorsorge – die wichtigsten Maßnahmen:

• Jährliche Kontrolluntersuchung beim Frauenarzt.
• HPV-Impfung – wenn möglich vor dem ersten Geschlechtsverkehr.
• Ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig zur Mammografie gehen.
• Frühsymptome wie irreguläre Blutungen ernst nehmen und abklären lassen.

*** "Alles aus einer Hand" - Diagnose und Therapieangebote ***

umoren sind hochkomplexe Erkrankungen, die vom behandelnden Ärzteteam detailliertes Spezialwissen und viel Erfahrung verlangen. Aus diesem Grund empfehlen führende onkologische Gesellschaften, die Behandlung in großen Zentren mit hohen Patientenzahlen sowie entsprechender Personal- und Geräteausstattung durchführen zu lassen. Denn gerade die Therapie von Krebserkrankungen mit all ihren physischen und psychischen Herausforderungen ist um ein Vielfaches leichter zu ertragen, wenn man sich in vertrauensvollen, erfahrenen Händen weiß.

An der gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Linz werden jährlich ca. 100 Frauen, die neu an Krebs erkrankt sind, behandelt. Die Abteilung setzt sich bereits seit den Anfängen der gynäkologischen Onkologie intensiv mit weiblichen Tumorerkrankungen auseinander und hat sich dadurch zu einer der erfolgreichsten in Österreich etabliert. Sie rangiert gleich hinter den Unikliniken Wien, Graz und Innsbruck auf Platz vier und ist somit erster Ansprechpartner für Frauen mit gynäkologischen Krebserkrankungen in Oberösterreich. Bereits seit fünf Jahren erfüllt die Abteilung alle Kriterien, die vom European Board and College for Obstetrics and Gynecology (EBCOG) gefordert werden.
Seit dem Jahr 1991 ist kein Jahr vergangen, an dem an der Abteilung nicht irgendeine Studie gelaufen ist. Zudem wurde bereits im Jahr 2002 das erste interdisziplinäre Tumorboard Oberösterreichs ins Leben gerufen. Erst vier Jahre später, 2006, sind Krankenhäuser gesetzlich dazu verpflichtet worden. Tumorboards sind regelmäßig stattfindende, fächerübergreifende Besprechungen, in denen jeder einzelne Patient vorgestellt und sein individueller Therapieplan von einem multidisziplinären Ärzteteam erarbeitet wird.

Im Jahr 2010 zeichnete die Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) die Abteilung des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern Linz unter 24 teilnehmenden Kliniken als bestes Studienzentrum aus.

Patientinnen, die sich an der gynäkologischen Abteilung in Behandlung begeben, profitieren jedoch nicht nur vom hohen medizinischen Know-how, sondern auch vom Geist eines Ordenskrankenhauses. Einfühlungsvermögen, Verständnis für die Ängste und seelischen Nöte, die eine Krebserkrankung mit sich bringt, sowie ein respektvoller Umgang mit den schwerkranken Frauen und ihren Angehörigen sind eine Selbstverständlichkeit.

*** Therapieangebote ***
Auf dem therapeutischen Sektor sind in den letzten zehn Jahren sehr wesentliche Entwicklungen von Statten gegangen. Immense technische, therapeutische und wissenschaftliche Fortschritte helfen, das Wesen von Tumoren sowie die Abläufe in deren Zellen besser zu verstehen. Dadurch erhält jede Patientin eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Behandlung.

Im Wesentlichen basiert die Therapie auf vier Säulen:
• Operation
• Bestrahlung
• Antikörpertherapie
• Chemotherapie

Je nach Tumorstadium, Alter der Frau, Begleiterkrankungen usw. werden die jeweiligen Möglichkeiten entweder einzelnen angewendet (z.B. nur Operation), kombiniert, gleichzeitig oder hintereinander eingesetzt etc. Welches Therapieschema für welche Frau am besten geeignet ist, wird für jede Patientin individuell erarbeitet.

Die Zukunft gehört der zielgerichteten Behandlung von Tumoren, da die Eigenschaften bösartiger Erkrankungen exakter diagnostiziert und somit noch individueller therapiert werden können. Bereits mittelfristig wird es möglich sein, genetische Profile der einzelnen Krebserkrankungen zu erstellen.

*** ECKDATEN ZUR GYNÄKOLOGISCHEN ABTEILUNG ***

  • Leiter: Prim. Univ.-Prof. Dr. Lukas Hefler
  • Jährlich behandelte Krebspatientinnen: ca. 100 Ersterkrankungen


*** ECKDATEN ZU DEN KREBSERKRANKUNGEN ***

  • Brustkrebs – Neuerkrankungen in Österreich: ca. 5.000
  • Endometriumkarzinom – Neuerkrankungen in Österreich: ca. 950
  • Ovarialkarzinom - Neuerkrankungen in Österreich: ca. 900
  • Zervixkarzinom - Neuerkrankungen in Österreich: ca. 450
  • Tumoren der Scheide und Scham - Neuerkrankungen in Österreich: ca. 200

Quelle: Statistik Austria

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