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Darmkrebs
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Darmkrebs

*** ERKRANKUNGSBILD ***

Darmkrebs ist eine Erkrankung des Alters mit einem deutlichen Häufigkeitsanstieg ab dem 50. Lebensjahr. Spricht man von einem so genannten „Kolonkarzinom“, so ist damit meist ein Tumor des Dick- oder des Mastdarms gemeint. Krebserkrankungen des Dünndarms treten nur in seltenen Fällen auf.

Ein Kolonkarzinom entwickelt sich sehr langsam – meist über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren und ohne entsprechende Symptome. Bevor Krebs entsteht, kommt es in 90 % der Fälle zur Bildung von gutartigen Darmpolypen oder Adenomen (= gutartige Geschwulst), die im Zuge einer Vorsorge-Darmspiegelung entdeckt und meist gleich während der Koloskopie entfernt werden können.

Rechtzeitig erkannt, ist Darmkrebs zu 90 % heilbar. Tatsächlich verstirbt aber fast jeder zweite Patient an der heimtückischen Erkrankung, da der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits ein sehr weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat. Dies ist nicht zuletzt auf die mangelnde Inanspruchnahme der angebotenen Vorsorgeuntersuchungen zurückzuführen – aus Angst vor der Untersuchung, Unwissenheit und der Annahme, dass Darmkrebs „ohnehin nur die anderen betreffe“. Dabei kann kaum einer Krebsart so einfach vorgebeugt werden wie Darmkrebs.


*** VORSORGE UND FRÜHERKENNUNG ***

Ab dem 40. Lebensjahr sollte jährlich eine Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt durchgeführt werden. Im Zuge dieses Gesundheitschecks wird eine Stuhlprobe auf verstecktes Blut geprüft. Sind die regelmäßigen Analysen in Ordnung, sollte mit 50 Jahren eine so genannte Basiskoloskopie (= Darmspiegelung) durch einen niedergelassenen endoskopisch tätigen Internisten oder Chirurgen bzw. in einer Endoskopieambulanz (zB am KH der Barmherzigen Schwestern Linz) erfolgen. Weitere Koloskopien sind anschließend alle fünf bis sieben Jahre notwendig. Die Koloskopie ist Teil der Gesundenuntersuchung und wird daher von der Krankenkasse bezahlt.

Bei familiärer Häufung, das heißt, wenn ein Elternteil oder der Bruder / die Schwester vor dem 45. Lebensjahr an Darmkrebs erkrankt sind, sollte der Stichtag für die Vorsorgeuntersuchung bereits zehn Jahre früher angesetzt werden. Vorsicht ist auch bei Patienten mit Colitis Ulcerosa gegeben.

Darmkrebs, Colorektales Zentrum


*** „ALLES AUS EINER HAND“ – Diagnose- und Therapieangebote ***

Gerade bei lebensbedrohlichen Erkrankungen ist es wichtig, sich in vertrauensvolle und erfahrene Hände zu begeben. Darmkrebs erfordert aufgrund seiner Komplexität die Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachdisziplinen. Sie alle bringen ihr Spezialwissen für eine optimale Diagnose, Therapie und Nachbetreuung der ihnen anvertrauten Patienten ein.
Im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz wird dies durch das so genannte „Darm-Gesundheitszentrum“ gewährleistet. Bereits im Jahr 2007 eröffnet, ist es nach wie vor das einzige etablierte Zentrum im Bundesland Oberösterreich und bundesweit das einzige zertifzierte Zentrum (www.onkozert.de).

Der Patient befindet sich ab dem ersten Arztbesuch auf einem vorgezeichneten Behandlungspfad, also einem standardisierten Weg mit festgelegten Stationen. Diese greifen nahtlos ineinander über und garantieren dadurch eine optimale, zeitnahe Versorgung. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal stellen die wöchentlich stattfindenden Tumorboards dar, in denen jeder einzelne Darmkrebspatient vorgestellt und dessen individueller Behandlungsplan von einem fächerübergreifenden Ärzteteam erstellt wird.

Im Darm-Gesundheitszentrum wird auf einem sehr hohen Niveau gearbeitet. Sowohl die medizinische Versorgung als auch die festgelegten Prozesse entsprechen den aktuell gültigen internationalen Standards; auf Kongressen vorgestellte oder in der Literatur beschriebene Neuerungen werden rasch in die Konzepte eingearbeitet und umgesetzt. Überdies stellen ein hohes Patientenaufkommen sowie die daraus resultierenden Erfahrungswerte sicher, dass sich Darmkrebspatienten im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz in kompetenten Händen befinden.

*** Die 3 SÄULEN der Therapie ***

a) Chirurgie
Ist die Diagnose „Darmkrebs“ erst einmal gestellt, erfolgt in den meisten Fällen ein chirurgischer Eingriff, um das Tumorgewebe zu entfernen. Dieser wird entweder mittels Bauchschnitt, oder – bei entsprechender Lokalisation – mittels Laparoskopie durchgeführt. Laparoskopische Eingriffe haben den Vorteil, dass dem Patienten lediglich kleine Narben bleiben, der Blutverlust geringer ausfällt und der Heilungsprozess schneller vorangeht.

Alle bei Darmkrebs angewendeten Operationsverfahren sind „state of the art“und werden von erfahrenen Chirurgen durchgeführt. Neue Ansätze gibt es zudem bei fortgeschrittenen Tumoren, die bereits Absiedelungen in der Leber gebildet haben. So ist geplant, in Zukunft nach einer vorherigen Chemotherapie zuerst die Lebermetastasen zu entfernen, bevor der eigentliche Tumor operiert wird.

b) Radio-Onkologie
Abhängig davon, wie weit der Krebs bereits fortgeschritten ist und in welchem Darmabschnitt er auftritt, erhält der Patient auch eine Bestrahlung mittels Linearbeschleuniger. Die Radiotherapie wird vor allem beim Mastdarmkrebs angewendet, und zwar in einem Stadium, in dem der Tumor die Darmwand bereits überschritten hat bzw. wenn ein Lymphknotenbefall vorliegt. Aufgrund neuer Erkenntnisse erfolgt die Bestrahlung vor der Operation. Dies schont zum einen den Patienten, zum anderen wird dadurch der Tumor verkleinert, was wiederum den nachfolgenden chirurgischen Eingriff vereinfacht sowie die Chancen auf einen Kontinenzerhalt steigert. Beim Dickdarmkrebs spielt die Bestrahlung erst im fortgeschrittenen Stadium eine Rolle, das heißt, wenn sich bereits Absiedelungen gebildet haben.

c) Chemo- und Immuntherapie
Neben Bestrahlung und Operation bilden Chemotherapeutika bei vielen Patienten die dritte Säule im Kampf gegen den Darmkrebs. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Substanzen (Zytostatika), die das Zellwachstum hemmen und dadurch das Absterben der Tumorzellen bedingen. Abhängig vom Krebsstadium wird entweder eine adjuvante oder eine palliative Chemotherapie verabreicht. Adjuvant bedeutet, dass der Patient die Zytostatika direkt nach der Operation erhält, mit dem Ziel, das Wiederauftreten des Tumors zu verhindern. Haben sich bereits Fernmetastasen gebildet, kommt die so genannte palliative Chemotherapie zum Einsatz. Ihre Aufgabe ist es, die Lebenszeit des Patienten zu verlängern, aber ebenso seine Lebensqualität zu verbessern.

Hormone, Antikörper und Wirkstoffe, die bestimmte Stoffwechselvorgänge in der Tumorzelle beeinflussen (= zielgerichtete Therapien), können ebenso Teil der Behandlung sein. Entscheidend ist, dass sowohl Zytostatika als auch andere Medikamente zur Tumorbehandlung über den Blutweg die Krebszellen im ganzen Körper erreichen und deshalb auch bei Geschwulsten wirksam sind, die nicht örtlich begrenzt wachsen.

Aufgrund intensiver Forschung sind in nächster Zeit weitere Verbesserungen im Bereich der so genannten „zielgerichteten Therapien“ zu erwarten. Hierbei handelt es sich großteils um Antikörper, die sowohl in die Blutgefäßneubildung als auch in das Zellwachstum eingreifen und somit neue Hoffnungsträger für Darmkrebspatienten darstellen.


*** ECKDATEN ZUM DARM-GESUNDHEITSZENTRUM ***

  • Leiter: OA Dr. Wolfgang Zaglmair
  • Eröffnung: Oktober 2007
  • Jährlich behandelte Patienten mit Dickdarmkrebs: ca. 100
  • Jährlich behandelte Patienten mit Mastdarmkrebs: 50 - 60


*** ECKDATEN ZUM DARMKREBS ***

  • Jährliche Neuerkrankungen in OÖ: ca. 760
  • Jährliche Neuerkrankungen in Ö: rund 4:500
  • Häufigkeit: zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern;
    zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen
  • Jährliche Todesfälle in OÖ: ca. 350

Quelle: Statistik Austria

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