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Gynäkologisches Tumorzentrum - Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz
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Vorsorge & Früherkennung

Die Entstehung bösartiger Tumorerkrankungen lässt sich durch vorbeugende Maßnahmen vielfach vermeiden. Wichtigste Maßnahme ist in diesem Zusammenhang sicherlich die jährliche Kontrolluntersuchung beim Gynäkologen. Im Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt des Vertrauens können Risikofaktoren abgeschätzt, Lebensstilmodifikationen besprochen und im Fall des Falles die notwendigen therapeutischen Schritte eingeleitet werden. Frauen, die regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen, können kaum durch das Sicherheitsnetz fallen, denn fast alle bösartigen Erkrankungen oder deren Vorstufen werden im Zuge der jährlichen Kontrolle entdeckt. Zudem kann das persönliche Krebsrisiko durch eine gesunde Lebensführung mit moderater Bewegung, Gewichtsreduktion (bei Übergewicht), ausgewogener Ernährung, moderatem Alkoholkonsum  und Vermeiden von Zigarettenkonsum gesenkt werden.

Vorsorge Gebärmutterhalskrebs – die wichtigsten Maßnahmen

  • Jährliche Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt
  • HPV-Impfung in Anspruch nehmen
  • Frühsymptome wie irreguläre Blutungen, Unterleibsschmerzen, unerklärliche Zunahme des Bauchumfangs oder andauerndes Völlegefühl ernst nehmen und abklären lassen
  • Regelmäßige Mammografie (Bruströntgen), spätestens ab dem 50. Lebensjahr
  • Coloskopie (Darmspiegelung) ab dem 50. Lebensjahr
  • Gesunder Lebensstil (Vermeiden von Übergewicht, regelmäßige sportliche Betätigung, ausgewogene Ernährung)

Prävention und Früherkennung

Endometriumkarzinom

Für das Endometriumkarzinom gibt es keine Methode zur Früherkennung (Screening) bei beschwerdefreien Frauen. Deshalb ist es besonders wichtig, bei jeder auffälligen oder irregulären Blutung zum Frauenarzt zu gehen, um diese abzuklären. Die Abklärung eines auffälligen Befundes im Bereich der Gebärmutterschleimhaut bzw. die Ursache einer Blutung nach dem Wechsel wird durch eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und Ausschabung (Curettage) abgeklärt. Das gilt vor allem für Frauen nach den Wechseljahren. Wird der Gebärmutterkörperkrebs frühzeitig erkannt, kann er in der Regel gut behandelt werden.

Ovarialkarzinom

Je früher Eierstockkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gibt es keine spezielle Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Eierstockkrebs. Einerseits können durch Abtasten der Eierstöcke etwaige Veränderungen festgestellt werden, wobei Frühstadien von Ovarialkarzinomen selten tastbare Tumoren verursachen. Die Ultraschalluntersuchung stellt hier die Methode der Wahl dar. Besonders bei Frauen mit Beschwerden oder einem familiären Risiko für Unterleibstumoren sollte dieser (regelmäßig) gemacht werden.

Einen gewissen Schutz vor Eierstockkrebs kann auch die Verwendung hormoneller Kontrazeptiva bieten. Vor- und Nachteile müssen aber immer individuell mit dem Frauenarzt abgeklärt werden.

Zervixkarzinom

Da Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium meist keine Symptome aufweist, ist die jährliche Screening-Untersuchung mittels PAP-Abstrich beim Frauenarzt ab dem 20. Lebensjahr unbedingt notwendig. Durch diese von der Krankenkasse übernommene Untersuchung können schon Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs entdeckt und erfolgreich behandelt werden.

Im Rahmen dieser Untersuchung entnimmt der Arzt mit einem kleinen Bürstchen oder einem Spatel je einen Abstrich vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhalskanal. Das abgestrichene Material wird auf einem Glasplättchen ausgestrichen und im Labor untersucht. Es gilt jedoch zu betonen, dass die sog. Falsch-Negativ-Rate (Rate, bei der eine Erkrankung bereits vorliegt und sie der PAP-Abstrich nicht erkennt) bis zu 50% reicht. Dies bedeutet, dass ein einmalig negativer Abstrich nicht mit Sicherheit eine Erkrankung ausschließt. Darum ist es besonders wichtig, regelmäßig zu einer Vorsorgeuntersuchung zu gehen, da so die Krankheitsentstehung zwar nicht verhindert, aber eine entstehende Erkrankung frühzeitig erkannt werden kann. Zusätzlich zur Durchführung eines PAP-Abstrichs kann ein HPV-Test durchgeführt werden. Dieser soll nachweisen, ob eine Frau mit krebsauslösenden Papillomaviren infiziert ist oder nicht. Zusammen mit dem Befund des Abstriches lässt sich das Gebärmutterhalskrebsrisiko besser einschätzen. Ein negatives Ergebnis bedeutet einen weitgehenden Ausschluss des Vorhandenseins einer Gebäurmutterhalskrebsvorstufe bzw. eines Gebäurmutterhalskrebses durch HP-Viren.

Unabhängig davon sollte stets ein Arzt aufgesucht werden, wenn Ausfluss aus der Scheide, Blutungen außerhalb der Periode oder Schmerzen im Unterleib bestehen. Auch wenn hinter diesen Symptomen in den meisten Fällen eher eine Entzündung oder hormonelle Störungen stecken, sollten sie dennoch unbedingt abgeklärt werden.

Nahezu einmal in der Onkologie ist die Möglichkeit, den Gebäurmutterhalskrebs nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern wirklich vorzubeugen. Es ist mittlerweile bekannt, dass der Gebärmutterhalskrebs durch Viren, namentlich Humane Papilloma Viren (HPV) ausgelöst wird. Durch eine HPV-Impfung kann der Gebärmutterhalskrebs heute zu fast 100 % verhindert werden.

Die Schutzimpfung sollte bereits vor dem ersten Sexualkontakt durchgeführt werden. Zwei Jahre später sind bereits vier von zehn jungen Frauen mit dem Virus infiziert. Zur Immunisierung sind bislang drei Spritzen innerhalb von längstens einem Jahr nötig. Die Impfung verhindert eine Infektion mit den wichtigsten krebsauslösenden humanen Papillomviren (Typ 16 und 18) und kann so die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, der durch diese Virustypen verursacht wird, verhindern.

Wer noch keinen Sexualkontakt mit einem infizierten Partner hatte, erhält den nötigen Immunschutz. Auch für Frauen nach dem ersten Sexualkontakt kann eine Impfung durchaus sinnvoll sein. Personen, die bereits eine Infektion mit den Virustypen, gegen die der Impfstoff schützt, durchgemacht haben, können so vor Neuansteckung geschützt werden. Bereits bestehende Veränderungen der Zellen kann der Impfstoff jedoch nicht beeinflussen. Auch geimpfte Frauen sollen die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrnehmen, da die HPV-Impfung zwar einen äußerst hohen, dennoch keinen hundertprozentigen Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs bietet. Außerdem wirkt die Impfung auch nicht gegen alle HPV-Typen, weswegen die jährliche Abstrichuntersuchung auch bei geimpften Frauen wichtig bleibt.

Wie erwähnt werden die humanen Papillomaviren meist beim Geschlechtsverkehr übertragen. Kondome können das Infektionsrisiko zwar senken, sind aber nicht sicher, da die Papillomaviren sich auch in Bereichen aufhalten können, die nicht vom Kondom bedeckt werden.

Vulvakarzinom

Beim Vulvakarzinom treten im Anfangsstadium meist keine Symptome auf. Allerdings können rötliche Flecken oder warzenähnliche Flächen an der Vulva auftreten. Juckreiz, Brennen, Hautveränderungen, vermehrter und oft übelriechender Ausfluss sowie irreguläre Blutungen gelten als typische Symptome, welche mit fortgeschrittenem Stadium immer häufiger auftreten können. Die genannten Symptome gelten zwar als Anzeichen für ein Vulvakarzinom, können aber auch andere Gründe haben. Derartige Veränderungen sollten regelmäßig mit dem Gynäkologen besprochen und deren Ursachen abgeklärt werden.

Im späteren Stadium kann der Tumor auch in Form eines Knotens oder Geschwürs deutlicher erkenn- und tastbar sein. Oft werden die Tumore dann von den Patientinnen selbst entdeckt. Bei Verdacht wird häufig mithilfe der Kolposkopie eine Gewebeprobe entnommen und diese mikroskopisch untersucht.

Die Früherkennung ist auch beim Vulvakarzinom von entscheidender Bedeutung. Optimal wäre eine Früherkennung einer Vorstufe (VIN). Diese kann entfernt werden, ohne dass es üblicherweise zu dauerhaften Beeinträchtigungen kommt.

EIN UNTERNEHMEN DER VINZENZ GRUPPE UND DER ELISABETHINEN