Seitenanfang

Seiten-Titelbild:
Gynäkologisches Tumorzentrum - Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz
Inhalt:

Diagnostik

Tumoren sind hochkomplexe Erkrankungen, deren Diagnose vom behandelnden Arzt/ Ärzteteam ebenso detailliertes Spezialwissen und viel Erfahrung verlangt, wie deren Behandlung.

Endometriumkarzinom

Kommt es außerhalb der Regel oder nach der Menopause zu Blutungen, sollte ein Gynäkologe zur Abklärung aufgesucht werden. Dieser kann mittels vaginaler Sonografie (Ultraschall-Untersuchung durch die Scheide) die Gebärmutter und die Eierstöcke untersuchen. Ist die Gebärmutterschleimhaut bei Frauen mit Blutungen nach der Menopause dicker als fünf Millimeter, liegt der Verdacht auf ein Endometriumkarzinom nahe. Der transvaginale Ultraschall lässt Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Endometriums zu, die Sensitivität und Spezifizität das Endometriumkarzinom betreffend können allerdings keine validen Aussagen getroffen werden.

Eine genaue Diagnose liefert eine Ausschabung der Gebärmutter (=Curettage). Um eine Gewebeprobe zu gewinnen, wird im Rahmen der Gebärmutterspiegelung die Gebärmutterschleimhaut ausgeschabt. Die mittels Curettage gewonnene Schleimhaut wird im Labor feingeweblich untersucht. So kann der Gynäkologe mögliche bösartige Veränderungen des Endometriums genau diagnostizieren.

Bestätigt sich durch die histologische Untersuchung die Diagnose Gebärmutterkörperkrebs, kann mittels Magnetresonanztomografie (MRT) sowie mittels Computertomografie (CT) die Größe und Ausdehnung des Tumors präoperativ erkannt und eingeschätzt werden.

Ovarialkarzinom

Eierstockkrebs wird aufgrund mangelnder Frühsymptome erst spät bemerkt. Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Eierstockkrebs gibt es nicht. Eine Tastuntersuchung im Rahmen einer regulären Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt bringt oft den ersten Hinweis. Neben der Abklärung von Veränderungen im Eierstockbereich mittels Tastuntersuchung ist die Ultraschalluntersuchung durch die Scheide eine wesentliche Untersuchungsmethode. Aber auch der vaginale Ultraschall kann maligne Tumoren nicht mit absoluter Sicherheit entdecken.
Wird im Rahmen der Diagnostik ein Ovarialkarzinom in Betracht gezogen, werden üblicherweise bildgebende Untersuchungen im Sinne einer Computertomographie (CT) oder einer Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt, um weitere Informationen bezüglich der Ausbreitung und der Lokalisation des Karzinoms zu gewinnen.

Ein Blutbild kann Aufschluss über sogenannte Tumormarker im Blut geben. Bei Eierstockkrebs spielt das Protein CA 125 eine wichtige Rolle. Der Wert dieses Proteins ist bei Vorliegen eines Ovarialkarzinoms oft deutlich erhöht, kann aber auch bei anderen Erkrankungen, wie etwa einer Entzündung im Becken, ansteigen. Der Tumormarker alleine reicht nicht aus, um sicher auf Eierstockkrebs schließen zu können. Allerdings dient er der Überwachung während einer Behandlung.

Um ein Ovarialkarzinom eindeutig nachweisen zu können, ist eine Operation notwendig. Das Vorliegen eines Ovarialkarzinoms muss durch eine feingewebliche Untersuchung des entnommenen Tumorgewebes bestätigt werden. Bei der Operation werden der ganze Bauchraum und die einzelnen Organe sorgfältig exploriert. In der Regel entfernt der Chirurg so weit wie möglich den ganzen Tumor und alle seine Absiedlungen, beide Eierstöcke, die Gebärmutter sowie auch Lymphknoten aus dem Becken- und Bauchraum (je nach Betroffenheit).
Über 10 % aller Ovarialkarzinome beruhen auf einer genetischen Prädisposition. Deshalb sollte in einem Gespräch auch immer familiäre Vorbelastungen abgeklärt werden. Als familiär vorbelastet gilt eine Patientin, wenn eine Verwandte ersten Grades an Eierstock- oder Brustkrebs erkrankt ist. In den letzten Jahren ermöglichen Untersuchungen spezifischer Gene (BRCA1, BRCA2, HNPCC) die Identifizierung von Hochrisikopatienten für das Ovarialkarzinom. Dadurch können entsprechende Früherkennungsmaßnahmen bei diesen Patientinnen und ihren Familienangehörigen getroffen und das Risiko, ein Ovarialkarzinom zu spät zu bemerken, signifikant reduziert werden.

Zervixkarzinom

Einmal jährlich sollte im Rahmen einer Routinekontrolle beim Frauenarzt der PAP-Test gemacht werden. Mit den Ergebnissen aus diesem Test lassen sich symptomlose Krebsvorstufen (cervikale intraepitheliale Neoplasie = CIN) oft frühzeitig erkennen und dann entsprechend effektiv behandeln. Bei leichten Veränderungen sind in der Regel außer der Routinekontrolle nach einem Jahr keine weiteren Maßnahmen erforderlich, da sich diese Veränderungen meist von selbst zurückbilden. Bei mittleren Veränderungen werden Kontrollen im Abstand von einigen Monaten angeraten. Wenn sich die Veränderungen nach einem Jahr nicht zurückgebildet haben, muss eine weitere Abklärung durch eine Untersuchung des Gebärmutterhalses mittels Vergrößerungsoptik (Kolposkopie) und die Entnahme von Gewebsproben erfolgen.
Die histologische Untersuchung von entnommenen Gewebeproben ermöglicht eine Diagnosestellung. Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen solchen Befund zu bekommen. Es erfolgt entweder eine Probenentnahme aus einem Bereich des Muttermundes, der sich bei der Kolposkopie als auffällig erwiesen hat (Biopsie, meist mittels einer kleinen Zange), oder es wird eine Ausschabung der Schleimhaut im Gebärmutterhals (Curettage) gemacht, wenn der Verdacht auf eine Veränderung im Gebärmutterhalsbereich besteht. Nach wiederholt auffälligen PAP-Tests und bei bioptisch gesicherten höhergradigen Veränderungen im Bereich des Muttermundes wird außerdem eine Konisation durchgeführt. Hierbei schneidet der Gynäkologe ein kegelförmiges Gewebestück aus Muttermund und Gebärmutterhals heraus, das das Gebiet mit den Zellveränderungen vollständig umfasst. Die Konisation erfolgt unter Narkose und wird meist mit der elektrischen Schlinge durchgeführt. Nach einer histologischen Sicherung des Gebärmutterhalskrebses muss die Ausbreitung der Erkrankung (Staging) mittels einer gynäkologischen Untersuchung abgeklärt werden.
Wenn der Abstrich eine höhergradige Veränderung ergibt, erfolgen Kolposkopie und Biopsie ohne weiteres Zuwarten.

Um bei nachgewiesenem Karzinom die Tumorausdehnung präoperativ festzustellen, sind weitere Untersuchungen notwendig (MRT kl. Becken, CT Thorax + Abdomen, PET CT, Sonographie Niere, Zystoskopie, Coloskopie, Rektoskopie u.a.).

Zusätzlich zur Durchführung eines PAP-Abstrichs kann ein HPV (humanes Papilloma Virus)-Test durchgeführt werden. Ein negativer HPV-Test schließt das Vorhandensein einer Gebärmutterhalskrebsvorstufe bzw. eines Gebärmutterhalskrebses weitgehend aus.

Die Bestimmung von sogenannten Tumormarkern kann im Einzelfall nützlich sein, gehört aber nicht zum Routineprogramm.

In den letzten Jahrzehnten kam es durch Einführung der PAP-Untersuchung zu einem starken Rückgang der Gebärmutterhalskrebs-Häufigkeit. Mittels einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung können fast alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs in einem Vorstadium erkannt werden. Da der Gebärmutterhalskrebs oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium Beschwerden verursacht, kann eine Frühdiagnose nur durch die Frauenärztin oder den Frauenarzt gestellt werden. Macht der Gebärmutterhalskrebs erst einmal Beschwerden, ist schon wertvolle Zeit verstrichen – Schmerzen oder fleischfarbener Ausfluss können Signale eines fortgeschrittenen Tumors sein.

Vulvakarzinom

Rötungen, Schwellungen und Juckreiz können erste Krankheitszeichen sein, die ebenfalls durch die frauenärztliche Untersuchung abgeklärt werden müssen. Jede verdächtige Veränderung im Bereich des äußeren Genitales sollte biopsiert werden. Diese Gewebsprobe wird meist vom Zentrum der Veränderung entnommen. Wird bei der Biopsie ein Vulvakarzinom bestätigt, ist eine gründliche physikalische Untersuchung durchzuführen. Die Beurteilung der Lymphknoten in der Leiste ist hierbei besonders wichtig. Ergänzend kann eine Magnetresonanztomographie-Untersuchung durchgeführt werden.

Der häufigste histologische Typ des Vulvakarzinoms ist ein Plattenepithelkarzinom. Bei jüngeren Frauen herrscht der klassische oder bowenoide Typ vor, der mit einer HPV-Infektion, vor allem mit den HPV-Subtypen 16 und 18, assoziiert ist. Der häufigere Subtyp (verhornende Subtyp) wird bei älteren Frauen gefunden und ist nicht mit einer HPV-Infektion assoziiert. Melanome können ebenso im Bereich des äußeren Genitale auftreten und sind die zweithäufigsten histologischen Subtypen.

EIN UNTERNEHMEN DER VINZENZ GRUPPE UND DER ELISABETHINEN